Editorial: Wo bin ich hier?

„Mediale Kontrolle“ meint all jene Phänomene, bei denen — so eine mögliche vorläufige Definition — durch die Kontrolle eines Mediengebrauchs zugleich Kontrolle über einen weiteren Gegenstand ausgeübt wird. Zensur im engeren Sinne steht damit ebenso zur Debatte wie Urheberrechte, Datenschutz, editoriale und redaktionelle Entscheidungen, aber auch die Kontrolle einer Autorin oder eines Autors über Gestalt und Verwendung der eigenen Medienproduktionen. Alle Aspekte der Überwachung, Steuerung und Intervention im Umgang mit Medien können unter diesem Gesichtspunkt befragt werden.

Auf diesem gemeinsamen Blog präsentieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars Fallbeispiele zur medialen Kontrolle ihre laufenden Überlegungen und Forschungsprojekte. Die hier notierten Gedanken sind daher oft eher vorläufige Diskussionsvorschläge als abschließende Meinungen; gerade in diesem Sinne sind alle interessierten Leserinnen und Leser zur Diskussion herzlich eingeladen: Kritik, Verbesserungsvorschläge, Einwände und Hinweise sind gleichermaßen willkommen.

Das gleichnamige Seminar am Institut für Medienkulturwissenschaft der Universität Freiburg setzt im Wintersemester 2012/13 die grundlegende Arbeit zu allgemeinen Begriffen medialer Kontrolle aus dem vergangenen Sommersemester durch vertiefende Fallanalysen fort.Dabei interessieren aktuelle Beispiele, etwa aus dem vielfältigen Bereich der Kontrolle in neuesten Medien, ebensosehr wie historische Fälle und solche aus verschiedenen Kulturen. Neben dem historischen, kulturellen und medialen Vergleich steht die intensive Auseinandersetzung mit den einzelnen Fällen in allen Dimensionen des Phänomens im Vordergrund: ihre gesellschaftlichen, politischen, ästhetischen und juridischen Aspekte nicht weniger als die besondere Idiosynkrasie jedes einzelnen Falls.

Seminar und Webseite sind zugleich Teil eines größeren Verbunds von Forschungsprojekten zur medialen und kommunikativen Kontrolle an der Universität Freiburg; siehe dazu auch die 2011er Tagung Neueste Medien unter Kontrolle? sowie die neue Onlinezeitschrift Mediale Kontrolle unter Beobachtung.

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